Geschichtliches & Aktuelles
Verpflichtungen als Pionier
Die Mitgliedschaft in den Jugendorganisationen war natürlich auch mit Verpflichtungen verbunden. Direkt neben unserer Schule befand sich ein „Wilhelm-Pieck-Ehrenmal“ und ich erinnere mich noch, dass wir Thälmannpioniere dort an einigen Tagen als Fackelträger standen und so das Zeremoniell begleiteten.

Auch am 1. Mai dem Tag der Arbeit fanden Aktionen statt. Während des Umzuges mussten die Mädchen unserer Klasse sich als Russische Mädchen „verkleiden“ und wir Jungen als Kosaken. Mir war das alles sehr peinlich gewesen aber es nützte ja alles nichts. Insgesamt wird wohl jeder in dieser Richtung andere Ansichten haben! Was mir persönlich besser gefallen hat waren die Altpapier-, und Flaschensammlungen. Man bekam die Marken in sein Heft und konnte sich so auch noch Geld dazu verdienen. Einmal hatten ich und einige Freunde das „Glück“ bei der Renovierung einer Wohnung zu helfen. Sie befand sich in der Nähe der Altpapierannahmestelle und wir durften die alten Tapeten, nach dem lösen von den Wänden, behalten. Diese haben geschickt zwischen unseren Zeitungen eingebunden und so ein höheres Gewicht. Höheres Gewicht = mehr Geld in unserer Tasche. Sicherlich nicht die feine Art, aber was hat uns das als Kinder gestört. Auch mit Einkaufsdiensten für ältere Einwohner konnten wir unserer “Pionierpflicht” nachkommen. Dies waren aber angenehme Aufgaben und ich war dankbar über die Freude dieser Leute wenn man vom KONSUM oder mit den Kohlen aus dem Keller kam!
T. Wagner
