Geschichtliches & Aktuelles
Dienstzeit NVA
Während meiner Zeit bei der NVA war ich eingesetzt als Kraftfahrer in Perleberg. 1973 waren wir Kraftfahrer stets eine Woche lang Einsatzfahrer. Morgens mussten wir immer Offiziere die in Glöwen untergebracht waren abholen und in den Standort Perleberg bringen.
Meine Stammeinheit war stets im Glauben, dass ich über Nacht in Glöwen bleibe und die Einheit in Glöwen glaubte, dass ich in Perleberg nächtige und morgens dort Dienstbeginn habe. Tatsächlich aber bin ich immer von Glöwen die 40 Km zu meinem Heimatort gefahren und habe dort die Abende mit Freunden verbracht und amschließend zu Hause geschlafen. Den LKW habe ich dabei auf dem elterlichen Bauernhof versteckt. Wie es so ist, geht so was irgendwann schief. Eines Tages kam ich „pünktlich“ wie immer nach Glöwen. In der Nacht war eine Alarmübung und alle sollten sofort zu ihrem Stützpunkt. Nur der Fahrer stand nachts nicht zur Verfügung, da ich nichts davon wusste. Die Offiziere standen bereits einige Zeit im Schnee und warteten ungeduldig.
Ich musste zum Kommandeur und zum Politoffizier, es folgten Entschuldigungsschreiben meinerseits, die notwendig waren um nicht ggf. wegen „Gefährdung der Gefechtsbereitschaft“ in Bautzen zu enden (mir tat natürlich alles furchtbar leid). So kam ich glücklicherweise mit einem Knastaufenthalt und Arbeitsdienst im Objekt in Perleberg davon! Einige Wochen später wurde ich strafversetzt nach Nordhausen. Aber eigentlich war es dort viel schöner !
Markus Baumann
